[Experteninterview] So will Itecor in der Deutschschweiz die Automatisierung prägen
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[Experteninterview] So will Itecor in der Deutschschweiz die Automatisierung prägen

Tanja Mettauer · septiembre 12, 2022

Die Zürcher Niederlassung von Itecor hat seit dem 1. August 2022 einen neuen Managing Director. Andres Genther blickt auf jahrelange Erfahrung in der IT-Welt zurück und sieht in den Mitarbeitenden eine grosse Innovationskraft für die Zukunft. Im Gespräch erklärt er, wie er ein Boutique-Konzept beim IT-Unternehmen realisieren will.

Itecor hat seit 2010 ein Büro in Zürich. Wie wichtig ist die Deutschschweiz für Itecor und wie schätzen Sie das weitere Marktpotenzial für Ihr Unternehmen ein?
Andres Genther: Ursprünglich in Frankreich und dann in der französischen Schweiz ist Itecor seit 30 Jahren aktiv und hat dort das Konzept einer «Boutique Consultancy» erfolgreich etabliert. Dieses umfasst auserlesene Services mit spezifischer Ausrichtung, die für die Kundschaft personalisiert werden. Wir wollen keine Massenprodukte anbieten. Wir sehen in diesem Konzept grosses Potenzial und sind überzeugt, dass es sich auch in Zürich bewähren wird. Aktuell erarbeiten wir ein entsprechendes Go-to-Market-Konzept für die Deutschschweiz. Das Headoffice in Vevey verfolgt im Rahmen der digitalen Transformation die Strategie «Govern, Build and Control», die wir in Zürich ebenso umsetzen wollen. Sie beinhaltet eine End-to-End-Dienstleistung als Trusted Advisor mit unserer Kernkompetenz, der Automatisierung, und neue Trends wie Microservices oder Container-Testing. Itecor sieht in diesen Bereichen ein enormes Potenzial, da die Automatisierung immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Sie sind seit August Managing Director von Itecor in der Deutschschweiz. Was reizt Sie an Ihrer neuen Position?

Ein wichtiger Aspekt ist sicherlich das Sales-Portfolio, das mit den Marktmöglichkeiten abgewogen wird und stimmig sein muss. Itecor treibt mit seinem Partnerkonzept die Innovation auf hohem Niveau voran. Wichtig ist für mich ausserdem die langfristige Investition in Mitarbeitende. Persönliche Wertschätzung wird bei Itecor grossgeschrieben und da ich mich selbst mit diesen Werten identifiziere, passt dies optimal zu meiner Arbeitsphilosophie. Nicht zuletzt steckt hinter dem Stellenantritt auch die Motiva­tion, in den kommenden fünf Jahren nochmals einen persönlichen Fussabdruck zu hinterlassen. Am Ende meines Arbeitslebens möchte ich mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken. Als Managing Director habe ich die Möglichkeit, hier bei Itecor noch einmal meine gesammelte Erfahrung einzubringen.

Sie waren zehn Jahre für IBM tätig, bevor Sie 2021 zum Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) wechselten. Welche bisherigen Erfahrungen sind Ihnen in Ihrer neuen ­Funktion besonders nützlich?

Viel Erfahrung bringe ich aus dem Bereich der Go-to-Market-Strategie mit, vor allem im öffentlichen Sektor. Bei IBM beschäftigte ich mich vertieft mit künstlicher Intelligenz und Machine Learning. Im Health-Care-Sektor managte und lancierte ich entsprechende Projekte. Dort führte ich bereits Teams von über 80 Mitarbeitenden und baute mein technisches Know-how im Bereich Digitalisierung aus. Beim BIT nahm ich ausser meiner Funktion als Account Manager auch die Verantwortung für das «Next Gen Business Development» wahr und beriet die Geschäftsleitung bei der strategischen Ausrichtung. Dank jahrelanger Erfahrung in verschiedenen Branchen konnte ich mir ein umfassendes Marktverständnis aneignen und kenne sowohl die Auftraggeber- wie die Lieferantenseite.

Welchen Einfluss erhoffen Sie sich als neuer Managing Director Deutschschweiz für die künftige Geschäftsentwicklung?

Unter dem Schirm der Itecor-Unternehmensstrategie definiere ich als Managing Director die Go-to-Market-Strategie und setze Impulse für die erfolgreiche Umsetzung. Dazu gehört das bereits erwähnte Boutique-Konzept. Die Geschäftsleitung der Itecor-Gruppe lässt mir hier einen sehr komfortablen Freiraum. Ein wichtiges Anliegen sind mir auch die Zertifizierungen unserer Mitarbeitenden, vor allem in den Bereichen Testing, Process Engineering und Cloud. Die Mitarbeitenden brauchen selbst den nötigen Freiraum, um sich mittels Knowledge-Management und Knowledge-Sharing weiterzuentwickeln. Diesen will ich ihnen ermöglichen.

Welche Themen werden Sie in Ihren ersten drei Monaten als ­Managing Director im Büro Zürich primär beschäftigen?

Zu Beginn erstelle ich mir jeweils einen 100-Tages-Plan mit Zielen, die ich in diesem Zeitraum erreichen möchte. Dazu gehört die Erstellung eines Konzepts für die strategische Ausrichtung mit dem Go-to-Market-Konzept und dem Sales-Portfolio der Itecor-Gruppe, das auf die Kundensegmentierung zugeschnitten wird. Zudem werden alle bestehenden Verträge durchleuchtet, Kundenkontakte aufgefrischt und neue Kontakte geknüpft. Wichtigstes Gut eines Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens sind die eigenen Mitarbeitenden. Sie sind auch die Visitenkarte des Unternehmens und in Langzeit-Kundenbeziehungen das Herzstück unseres Erfolgs. Mit allen Mitarbeitenden führe ich in den ersten Wochen ein persönliches Gespräch. Das führt mich auch gleich zu einem der schwierigsten Themen der heutigen Zeit: der Suche nach qualifizierten Fachkräften. Nur mit den richtigen Experten funktioniert ein erfolgreiches Go-to-Market! Bei der Personalsuche arbeiten wir deshalb schon seit einiger Zeit mit externen Partnern zusammen.

Welche Ziele möchten Sie in den kommenden drei Jahren erreichen?

In diesem Zeitraum möchte ich vier Hauptziele erreichen. Der Name Itecor und unsere Dienstleistungen geniessen in der französischen Schweiz bereits seit Langem einen hohen Bekanntheitsgrad. Dasselbe möchten wir in Zürich und der gesamten Deutschschweiz erreichen. Wenn das Stichwort «Automatisierung» fällt, sollen die Leute an Itecor denken. Ausserdem soll sich das Boutique-Konzept in Zürich in den kommenden drei Jahren etablieren. Drittens soll die Niederlassung in Zürich so wachsen, dass wir firmeninterne Investitionen selbst tragen können. Gerade bei Investitionen in Mitarbeitende soll dies unabhängig vom Headoffice möglich sein. Ein viertes und ehrgeiziges Ziel ist, dass wir einer der zehn attraktivsten Arbeitgeber im Deutschschweizer Markt werden möchten. Dafür müssen wir wachsen, was weitere Ressourcen benötigen wird. Dem Thema Fachkräftemangel möchte ich in drei Ansätzen begegnen. Einerseits wollen wir ein Coaching-System einführen. Jüngere Mitarbeitende sollen durch ihre Se­niors eng betreut werden, damit sie von möglichst viel Erfahrung profitieren und On-the-Job lernen können. Andererseits bleibt meiner Meinung nach die ältere und erfahrene Generation bei der heutigen Rekrutierung oft aussen vor. Bei ihnen lagert ein hohes Wissenspotenzial, das verloren geht. Dabei möchten diese Menschen auch noch etwas leisten. Drittens wollen wir die Frauenquote verbessern. Mit diesen Ansätzen möchte ich flexibler auf die Ansprüche des Unternehmens und des Personals eingehen.

Welche Strategie wenden Sie an und welche Massnahmen treffen Sie konkret, um die Deutschschweiz zu erobern?

Ich bin überzeugt, dass hier ausser langfristigen Marketingaktionen vor allem gute Beziehungen zielführend sind. Das sind einerseits persönliche Kontakte, andererseits direkte Kundenkontakte unserer Mitarbeitenden vor Ort. Bei dieser Art von Betreuung wird schnell ersichtlich, welche Bedürfnisse unsere Kunden haben, und wir können uns entsprechend orientieren. Teilnahmen an Events und Auftritte bei Gesprächsrunden, wie Brownbag-Session, oder sogenannte Open-Sessions, die öffentlich zugänglich sind, haben sich ebenfalls bewährt.

Auf welche Art Kunden aus welchen Branchen möchte Sie Ihre Aktivitäten vor allem fokussieren?

Zusätzlich zu den bestehenden Kundenbeziehungen im öffentlichen Sektor, möchten wir uns auch Richtung Private-Banking-Sektor orientieren. KMUs im Handelsbereich oder mittelgrossen Versicherungen sind ebenso im Fokus. Wir beginnen in der Deutschschweiz als Nischenplayer und wollen uns kontinuierlich als wichtiger Partner – zum Trusted Advisor – entwickeln und somit für Vertrauen und Qualität stehen.

Mit welchen Problemen kommen Ihre Kunden zu Ihnen?

Die Digitalisierung ist heutzutage in aller Munde. Nicht alle Unternehmen verstehen dasselbe darunter, auch nicht in Bezug auf die Komplexität der möglichen Lösungen. Ich bin der Ansicht, dass in diesem Zusammenhang die Vorteile der Automatisierung klar auf der Hand liegen. Geeignete Tools gibt es auf dem Markt schon genügend. Die Herausforderungen liegen vielmehr bei den organisatorischen Aspekten der Unternehmen selbst und bei der Akzeptanz der neuen Themen durch die Mitarbeitenden. Das Personal hat beim Stichwort Automatisierung Angst, dass Stellen verloren gehen. Das ist in der Regel nicht der Fall. Die Prozessoptimierung steht im Vordergrund. Einfache Routinearbeiten sollen ersetzt werden, damit sich Mitarbeitende spannenderen Aufgaben widmen können. Des Weiteren stellen wir immer wieder fest, dass bei der Implementierung neuer Applikationen auf Kundenseite Unsicherheitsfaktoren existieren, vor allem bei der Datenqualität. Hier nehmen wir unsere Aufgabe als Trusted Advisor wahr und geben den Kunden die benötigte Sicherheit.

Welche Trends erkennen Sie in Ihren Geschäftsfeldern?

Aufgrund meiner Tätigkeit bei IBM habe ich eine ziemlich klare Vorstellung darüber, wohin sich die IT bewegen könnte. Ich bin überzeugt, dass wir in den kommenden zehn Jahren nicht mehr so arbeiten, wie wir das heute gewohnt sind. Applikationen, wie wir sie kennen, wird es nicht mehr geben. Man wird verstärkt mit Apps, Microservices und Containern arbeiten. Ein einzelner Microservice oder ein Container führt einen bestimmten Task aus. Die benötigten Funktionen klickt man sich dann einfach zusammen oder wird durch künstliche Intelligenz und Machine Learning unterstützt. Hier wird die Testautomatisierung und das Testen von Microservices und Container – individualisiert oder im Verbund – ausschlaggebend sein. Aufgrund dieser Diversität steigt aber auch die Komplexität und es wird anspruchsvoller sein, alle Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Künftig wird deshalb viel auf Erfahrung gepaart mit Innovationskraft gesetzt.

Zur Person

Andres Genther (61) führt die Zürcher Niederlassung von Itecor seit dem 1. August 2022. Er war zehn Jahre als Client Executive bei IBM tätig gewesen, bevor er 2021 zum Bundesamt für Informatik und Telekommunikation wechselte. Nach seinem Betriebswirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Informatik hat er sich in verschiedenen IT-Positionen jahrelange Erfahrung in den Branchen der öffentlichen Verwaltung sowie im Bank- und Versicherungswesen aneignen können. Er verfügt über tiefgreifende Kompetenzen in den Bereichen Strategieentwicklung, Go-To-Market-Konzeption und (Projekt-)Umsetzung sowie Personalführung. 

 

Quelle: So will Itecor in der Deutschschweiz die Automatisierung prägen | Netzwoche

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